Corvette Sting Ray von 1963

Eine mehr oder weniger gängige Meinung ist, dass Autos aus Amerika eher zum entspannten Cruisen gemacht sind. Diese etwas klischeehafte Auffassung ist ungefähr so richtig wie die Einschätzung, dass Schwarze nur HipHop hören würden oder Deutsche keine Rockmusik machen könnten. Mit der 63er Sting Ray Corvette konnte man ohne Frage cruisen, brauchte es aber nicht. Denn Einzelradaufhängung, manuelle Vierganggetriebe, Scheibenbremsen und Leistung im Überfluss machten der europäischen Sportwagen-Elite ordentlich Konkurrenz.

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By Chevrolet (Chevrolet factory photo scan) [Public domain], via Wikimedia Commons
By Chevrolet (Chevrolet press release photo scan) [Public domain], via Wikimedia Commons
Selbstverständlich trug auch Larry Shinodas Design zum wesentlichen Erfolg der Sting Ray Corvette bei, das besonders beim Coupe furios genannt werden darf. Allein die geschwollenen Kotflügel über den Radkästen, lassen den Sting Ray schon im Stand schnell aussehen. Dazu trägt auch der brachiale Sound des bis zu sieben Litern großen V8 bei, der über die optionalen Sidepipes wohl am besten zur Geltung kommt. Ein tiefes Blubbern im unteren Drehzahlbereich lässt die Kraft erahnen, die sich bei Volllast unter Brüllen und Donnern entlädt. Ein Meilenstein der Designgeschichte der Sting Ray ist die Corvette von 1963. Sie wird auch „Split Window Vette“ genannt, weil das Heckfenster durch eine Strebe geteilt wird. Dieses Designelement ziert nur die Modelle von 1963, weshalb die Modelle dieses Jahrgangs bei Enthusiasten besonders begehrt sind und hoch gehandelt werden. Eine gut erhaltene Grand Sport, kann schon mal für einen Betrag zwischen Sechs- und Achtmillionen Dollar den Besitzer wechseln. Ein Ausstattungsmerkmal der Grand Sport waren unter anderem die besagten Sidepipes und ein V8-Motor, mit sieben Litern Hubraum. Die Leistungsangabe war mit 500 PS um einiges untertrieben. Da man mit der Grand Sport noch im vierten Gang schwarze Streifen auf den Asphalt brennen konnte, dürfte die Leistung des V8 durchaus höher gewesen sein. Trotz der Sportlichkeit verfügte der Sting Ray über Ausstattungen wie eine Klimaanlage und elektrische Fensterheber, die das Fahren angenehmer machen sollten. Doch das war für die Kunden beim Kauf eines Sting Ray eher Nebensache. Sie waren hungrig nach Leistung und ihr Hunger sollte gestillt werden.

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